Schwarze Lederjacke

Eine schwarze Lederjacke ist mehr als nur ein Lederbekleidungsstück, das mit irgendeiner Methode Schwarz gemacht wurde. Schwarze Lederjacken stehen in einen vielfältigen Kontext von Kultur und Gesellschaft und haben im Laufe der letzten Jahrzehnte auch unterschiedliche Verwandlungen erfahren.

Zunächst ist eine schwarze Lederjacke ein Lederbekleidungsstück, das durch einen komplexen Prozess zu einem schwarzen Kleidungsstück umgeformt wird. Leder ist dabei ein uraltes Produkt des menschlichen Jagd- oder Tierzuchtverhalten. Leder wird aus der Haut der getöteten Tiere gewonnen. Ein Prozess, der auch heute noch viel Energie und Zeit in Anspruch nimmt. Leder ist ein sowohl geschmeidiges wie ein hartes Material. Es ist sowohl ziemlich undurchlässig gegenüber Wasser, trotzdem aber auch sehr atmungsaktiv. Wegen dieser vielfältigen Materialbesonderheiten ist Leder schon immer sehr beliebt als Kleidungsstück bei schwierigen Tätigkeiten. Schwarzes Leder hat meist dabei einen edleren Charakter, wurde aber auch schon für unterschiedliche politische Zuschreibungen verwandt.

"Die schwarze Lederjacke" bzw. auf Englisch "The Black Leather Jacket" ist ein ganz bekanntes Buch vom umtriebigen amerikanischen Autor Mick Farren, der bereit im Jahre 1985 eine Kulturgeschichte der schwarzen Lederjacke vorgelegt hat. Farren war damit wegweisend in der kulturgeschichtlichen Ableitung von Bezügen der Bekleidung und des Designs.

Deutlich werden die vielfältigen Chroniken der Geschichte der schwarzen Lederjacke über mehr als siebzig Jahren, wobei in allen Aspekten ihre soziale, kulturelle und politische Auswirkung umfassend analysiert wird. Ursprünglich wurde die schwarze Lederjacke als Uniform des Bösen angesehen und im Nachhinein wird auch klar, warum das so ist. Denn schwarze Lederuniformen wurden von genauso brutal und plakativ von Hitlers Gestapo wie von den Hells Angels getragen. Erst mit den 60er-Jahren wurde die generell als negativ empfundene Farbe Schwarz zum Zeichen von Widerstand und Überwindung des Bösen in der Reform- und Revolutionsbewegung gewendet. Hier ist beispielsweise auf die Black Panthers oder auf die Punk-Rocker zu verweisen, die einen neuen Bezug zur schwarzen Lederjacke konzeptionalisieren. Auch in schwulen Kreisen gilt die schwarze Lederjacke sowohl als Zeichen von Stärke und Macht, wie auch als Mittel der Überwindung des Ausgegrenztseins.

Schwarze Lederjacken bei Männern sind überwiegend mit dem Aspekt des Edlen und Teuren verbunden. Frauen verknüpfen damit häufig auch eine sexuelle Note.